Geschichte Hesselberg


Der Hesselberg ist mit seinen 689 m über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung Mittelfrankens. Er gilt als Zeugenberg, der ursprünglich zum Juramassiv des Hahnenkamms und der Fränkischen Alb gehörte. Die Zwischenräume wurden durch Flussläufe, vor allem durch die Wörnitz abgetragen.
Der Aufbau der Gesteinsformationen begann vor 200 Millionen Jahren im Erdmittelalter. Ein warmes Meer bedeckte das Land. Der flache Meeresboden bestand aus schwarzem Schlamm und Ton. Wir finden ihn als schwarzen und braunen Schiefer unten im Tal am Beginn des geologischen Lehrpfades bei Wittelshofen. Strömungen und Winde brachten eisenhaltigen Sand ein. In der Heide und im Oettinger Forst ist er in Form von Sandstein oder Sandboden wieder zu finden. Das warme Südseeklima ließ im Wasser eine Fülle von Tierarten entstehen, die bei ihrem Absterben zu Boden sanken und mächtige Ablagerungen bildeten. So legte sich in Jahrmillionen Schicht auf Schicht: Schwarz, braun und weiß. Die Staffeln sind 40 m, 160 m und 50 m mächtig.

Begriffserklärung – „Zeugenberg“ Ein Zeugenberg ist eine allein in der Landschaft stehende Erhebung die als Überrest einer ehemals ausgedehnten Steintafel bei der Erosion stehen geblieben ist. Die Reste geben einen Einblick in den Schichtenaufbau des ursprünglichen Gebirges.

Der Berg ist ein richtiger Sarkophag. Die Lebensformen von Jahrmillionen haben in ihm ihre Grablege gefunden. Muscheln, Ammonshörnern, Donnerkeile (Belemiten), Schwämme, Korallen. Drei Jurastaffeln sind übereinander getürmt. Die Hinterlassenschaft einer warmen See, die sich für Millionen Jahre über die Landschaft gelegt hatte. Der Lehr- und Wanderpfad – im alten Steinbruch bei Wittelshofen beginnend - führt bis zum Gipfel durch alle Schichten des Juragesteins.
Im Falle des Hesselberges erzählen zusätzlich Funde aus vorgeschichtlicher und frühgeschichtlicher Zeit die Siedlungsgeschichte der Region. Sie sind Zeuge weit in die Tiefen der Menschheitsgeschichte zurückliegender Epochen.
Erste markante Spuren haben die Kelten „das Volk, das aus dem Dunkel kam“ hinterlassen. Über ihre Herkunft gibt es bis heute nur Vermutungen, aber keine eindeutigen Belege. Schriftliche Dokumente haben sie nicht hinterlassen. Sie bewohnten die Gegend von etwa 1000 v. Chr. bis in die Zeit, in der die Römer über die Donau nach Norden vordrangen und die römische Reichsgrenze in der Gestalt des Limes nördlich des Hesselberges vorbeiführten. Der dreiteilige keltische Ringwall auf den drei Kuppen des Hesselberges ist deutlich sichtbar und wird noch immer eigentumsmäßig den ursprünglich keltisch, später alemannischen Siedlungen Röckingen (Osterwiese), Ehingen (mittlere Kuppe) und Gerolfingen (westliche Kuppe) zugeordnet. Der Steinwall trug eine Mauer, die mit Holzteilen stabilisiert war, den von dem römischen Feldherrn Caius Julius Caesar so genannten „murus gallicus“ die gallische Mauer. Es handelte sich vermutlich um Fliehburgen, in welche sich die Bewohner der dazugehörigen Dörfer bei Kriegsgefahr zurückzogen. Am deutlichsten ist die Anlage auf der Osterwiese zu sehen. Der gesamte Wall kann begangen werden. Von den keltischen Fliehburgen hat der Berg höchstwahrscheinlich seinen Namen. Die Theorie: Asylberg (Fliehberg) – Aselberg – Hesselberg. Urkundlich belegt wird er erstmals im Jahr 1315 als „Oselberg“. Um 1608 erscheint er mit dem Anfangsbuchstaben H. 1676 heißt er bereits Hesselberg.
Früher nahm man an, dass die Kelten von den Römern oder später von den Germanen vertrieben wurden. Neuere Erkenntnisse lassen vermuten, dass sie unterworfen als Sklaven und Untertanen unter den Römern und Germanen weiterlebten, um schließlich in ihnen aufzugehen. Wissenschaftler sprechen von einem keltisch – römisch – germanischen Mischvolk, welches das Land südlich des Limes in der Folgezeit bewohnt habe. Damit wäre bevölkerungsmäßig eine ununterbrochene Tradition bis in unsere Zeit gegeben.

PS: Der Inhalt der „Geschichte des Hesselberges“ ist entnommen aus dem Buch von Karl Grünwald (Sichtbare Spuren der Geschichte im Land um den Hesselberg) sowie dem Beitrag des Evangelischen Bildungszentrums Hesselberg zur neueren Geschichte.